Tesla: Da kommt Großes auf uns zu

by Paul Balzer on 1. Juli 2012

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Elektromobilität ist irgendwie ein Reizwort für mich geworden. Es ist wirklich schwer ein Lächeln auf den Lippen zu behalten, wenn man sich diese ganzen Pressemitteilungen und Artikel in Zeitungen an schaut, welche zu diesem Buzzwort veröffentlicht werden. Man fragt sich teilweise, ob überhaupt noch jemand zu Wort kommt, der technischen Sachverstand hat oder ob es reicht, einfach eine europäisches Institut für solare Mobilität zu gründen um Fachmann zu sein.

Doch es gibt auch andere Seiten der Elektromobilität: Tesla Motors, eine amerikanische Firma, gegründet vom Ingenieurgroßmeister Elon Musk, welche dieses Jahr auf den Markt drängt.

Nachfolgend meine Meinung, weshalb ich glaube, dass Tesla es schaffen wird.

Ein mal Neu bitte

Tesla hat ein Vorteil, welcher eigentlich ein Nachteil sein müsste: Sie haben vorher noch nie Autos gebaut. Die hatten keine teure Produktionsstraße, welche irgendwie mit Blech versorgt werden muss um rentabel zu sein, sie hatten keine 10000 Produktionsmitarbeiter, welche kontinuierlich mit Arbeit versorgt werden mussten. Sie hatten nur eins: Eine Vision.

Wie muss ein Elektroauto sein, damit es überhaupt fetzt?

Heraus gekommen ist ein kleiner aber feiner 2-Sitzer: Der Tesla Roadster.

Es muss funktionieren

Damit hat die kleine Firma aus Palo Alto, dem Innovations- und Gründungshotspots der Welt, bewiesen, dass man eben nicht Jahrzehnte Erfahrung beim Bau eines Fahrzeugs benötigt, um ein serienreifes, konkurrenzfähiges Elektrofahrzeug herzustellen. Die weltweite Investorensuche bescherte Tesla Motors einen Besuch von Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, welchen Sie mit einem innerhalb weniger Wochen selbst entwickelten Elektro-Smart mit deren Fähigkeiten überraschten. Nach dem Besuch in Palo Alto war er ebenfalls davon überzeugt, dass in dieser Firma Potential steckt und beteiligte die Daimler AG an dem Unternehmen. Die Zusammenarbeit beim Smart ist noch heute aktuell und wird zukünftig auch die neue B-Klasse in den USA betreffen.

Lessons learned: Jetzt gehts los

Nachdem nun wahrscheinlich alle Fehler gemacht wurden – auch im Umgang mit den Medien – und der Zuspruch weiterhin größer war als die Ablehnung, wurde in Produktionsstraßen investiert und eine Mini-Modelloffensive gestartet: Eine sportlich, dynamische 7-Sitzer-Limousine namens Model-S und zukünftig auch ein SUV namens Model-X:

Man kann nicht sagen, dass Tesla Motors alten Kaffee aufwärmt und die Kunden langweilen möchte. Da ist schon durchaus Mut dabei und es sind teilweise unkonventionelle Ansätze, wie z.B. die Falcon-Doors beim kommenden Tesla SUV Model-X. Auch die unkonventionelle Konfigurationsmöglichkeit des Antriebs ist ungewöhnlich. Sowohl die Anzahl der Motoren als auch die dazugehörige Akkugröße lässt sich, je nach Wunsch und Geldbeutel, frei konfigurieren. Das ist sinnvoll, das ist total logisch und das macht sonst aber keiner.

Antriebsstrang Optionen beim Tesla SUV Model-X, dazu können noch Akkumulatoren mit wahlweise 60kWh oder 85kWh Energie bestellt werden

Das Design und die technischen Daten sind definitiv vielversprechend! So muss Elektromobilität. Jetzt bin ich begeistert. Danke Elon Musk.

Prof. Lienkamp schreibt in [Elektromobilität – Hype oder Revolution] dazu:

Derzeit stehen ja einige abgewirtschaftete Automobilhersteller zum Verkauf. Kauft man sich noch einen guten Ingenieurdienstleister dazu, könnte ein chinesischer Zellhersteller recht einfach in den automobilen Markt eintreten. Dieser neue Hersteller wäre von den alten Investitionen und Abschreibungen relativ unbelastet und könnte kostengünstig Elektrofahrzeuge produzieren. Er würde sich auch nicht sein eigenes Geschäft mit konventionellen Autos kannibalisieren.

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