Aufprallenergie

by Paul Balzer on 25. Juli 2011

1 Comment

Aufprallenergie ist eigentlich nicht das richtige Wort, aber es wird oft benutzt. Gemeint ist die kinetische Energie, welche ein Fahrzeug hat, mit welcher es in ein Unfallgeschehen einläuft. Die translatorische kinetische Energie eines Fahrzeugs, welche im Falle eines Unfalls durch Verformung abgebaut wird, ist sehr einfach zu berechnen. Als Beispiel sei mal ein LKW mit 5.5t Masse und einer Geschwindigkeit von 70km/h beziffert, welcher auf ein Stauende auffährt:

Bei diesem ADAC-Versuch wurde ein 5.55t schwerer LKW mit 70km/h auf ein simuliertes Stauende auffahren gelassen.

Doch wie sieht es im Alltag aus? Ein 40t-LKW fährt mit 90km/h auf der Autobahn und übersieht das Stauende. Eine kleine Berechnung soll dies verdeutlichen.

Die Bewegungsenergie berechnet sich ganz einfach:

E_\text{kin}=\cfrac{1}{2}\cdot m \cdot v^2

Die erste Erkenntnis ist, dass die Geschwindigkeit quadratisch in die Energie einfließt. Die Masse nur linear. Vergleicht man typische Konstellationen, fällt ein Teilnehmer ganz besonders auf:

Aufprallenergien

Der Kollege LKW Fahrer, welcher mit sportlichen 90km/h unterwegs ist, wird ein unglaublichen Donnerschlag verursachen, wenn er ungebremst auf ein Stauende auffährt. Die EU hat dazu ein Gesetz in Vorbereitung, welches ab 01.November 2013 für alle neuen Fahrzeugtypen und ab 01.November 2015 für alle Neuzulassungen ein Notbremsassistent vorschreibt, welcher solche Auffahrunfälle vermeiden hilft.

Der ADAC fordert eine über die EU-Regelung hinaus gehende Vorschrift.

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

One Comment

  1. Der Lkw-Fahrer bringt in etwa die kinetische Energie einer Panzergranate mit sich, der Autofahrer etwa ein Zehntel (1,25 MJ bei 1,3 to und Tempo 160.). Oder 1,25 Mio Newtonmeter. Heiß, physikalisch nicht ganz korrekt formuliert, aber bildlich gesagt, wenn er von 160 auf 0 innerhalb eines Meters (Unfall) „bremst“, müssen er und sein Fahrzeug den „Druck“ von 125 Tonnen auf einem Meter „abbauen“ – Das Gewicht von zweieinhalb Leopard-Panzern. Auf etwa 200 Metern Bremsweg verteilt, wird es überlebbar – „nur mehr“ 500 kg Gewichtskraft pro Meter.

    Vielleicht liest es einer, der gern auf der Autobahn bei 160 mit seiner „Waffe“ – nichs anders ist ein Auto unter dem Gesichtspunkt – auffährt bis auf 10 Meter und den kompletten TÜV – Blinker, Hupe, Abblendlicht – betätigt…

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